Zentrale Zertifizierungsstandards für Wasserstoff im Bereich Wasserstofffahrzeuge und Betankungsstationen: Technische Analyse und praktische Anwendungen

Einleitung

 

 

Angetrieben durch die globale Energiewende sowie die Ziele zur CO₂-Spitzenreduktion und Klimaneutralität ist Wasserstoffenergie zu einem der zentralen Wege zur Dekarbonisierung des Transportsektors geworden. Der großflächige Einsatz von Wasserstofffahrzeugen und Wasserstofftankstellen hängt maßgeblich von ausgereiften technischen Standards und Zertifizierungssystemen ab. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Zertifizierungsstandards in beiden Bereichen, analysiert deren Anwendungsfälle und technische Unterschiede, beleuchtet Entwicklungstrends im Zertifizierungsbereich und bietet – kombiniert mit praktischen Anwendungen von FITOK – eine Orientierungshilfe zur Einhaltung von Vorschriften für Branchenakteure.

 

Anwendungsdiagramm für FITOK-Fittings und -Ventile in Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen und Wasserstofftankstellen

 

Kernklassifizierung von Zertifizierungssystemen und Analyse von Standards

 

 

Zertifizierungssysteme für Wasserstofffahrzeuge und Wasserstofftankstellen basieren auf zwei zentralen Zielsetzungen: „Sicherheit von Wasserstoff im Fahrzeug" und „Zuverlässigkeit der Betankungsinfrastruktur". Durch ihre kontinuierliche Weiterentwicklung zeigen diese Standards zunehmend klare Trends hin zu regionaler Harmonisierung und internationaler Integration.

 

 
Kategorie Verordnung/Norm Nr. Bezeichnung Anwendungsregion
Wasserstofffahrzeuge EC 79/2009 Typengenehmigung von wasserstoffbetriebenen Kraftfahrzeugen Europäische Union
UN R134 Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen und deren Komponenten hinsichtlich der sicherheitsrelevanten Leistung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen Global
CSA/ANSI HGV 3.1 Komponenten für Kraftstoffsysteme von Fahrzeugen mit komprimierten Wasserstoffgas Nordamerika
ISO 19887-1:2024 Gasförmiger Wasserstoff – Komponenten für Kraftstoffsysteme von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen – Straßenbahnfahrzeugen Global
Wasserstofftankstellen CSA/ANSI HGV 4 Serie Gasförmiger Wasserstoff – Betankungsstationen Nordamerika
ISO 19880 Serie Gasförmiger Wasserstoff – Betankungsstationen Global
GB 50516 Technische Richtlinien für Wasserstofftankstellen China

 

Zertifizierungsstandards für Wasserstofffahrzeuge

 

1. EC 79/2009 (EU-Typgenehmigungsverordnung für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge)

 

Die EU hat im Jahr 2009 mit der Verordnung (EG) Nr. 79/2009 erstmals eine speziell auf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge ausgerichtete Typgenehmigungsverordnung erlassen. Diese umfasst 11 Kategorien von Schlüsselkomponenten für Flüssigwasserstoffsysteme sowie 16 Kategorien für gasförmige Wasserstoffsysteme. Im Jahr 2010 wurde mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 406/2010 eine weitere Konkretisierung der Prüf- und Zertifizierungsanforderungen eingeführt, wodurch eine solide Sicherheitsgrundlage für die Kommerzialisierung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen geschaffen wurde. Aufgrund technologischer Fortschritte und Weiterentwicklungen wurde die Verordnung im Juli 2022 durch die Verordnung (EU) 2019/2144 über die allgemeine Sicherheit von Kraftfahrzeugen sowie den Schutz gefährdeter Verkehrsteilnehmer aufgehoben. Seitdem basiert die Typgenehmigung für Komponenten wasserstoffbetriebener Fahrzeuge in der Europäischen Union auf der Verordnung (EU) 2019/2144 sowie der UN-Regelung R134.

 

Die neue Durchführungsverordnung (EU) 2021/535 (zur Anwendung der Verordnung (EU) 2019/2144 hinsichtlich einheitlicher Verfahren und technischer Spezifikationen) ersetzt die aufgehobene Verordnung (EG) Nr. 79/2009 teilweise. Kapitel V, Artikel 12 sieht eine Verlängerungsregelung für typgenehmigte Komponenten vor, die vor dem 6. Juli 2022 gemäß (EG) Nr. 79/2009 zugelassen wurden. Das bedeutet, dass vor der Aufhebung erteilte Typgenehmigungen weiterhin gültig bleiben und verlängert werden können, sofern die entsprechenden Anforderungen nicht geändert oder neue Anforderungen eingeführt wurden.

 

FITOK gehört zu den ersten Unternehmen der Branche, die die EC79-Zertifizierung erhalten haben. Zu den zertifizierten Kernprodukten zählen unter anderem Rohrverschraubungen der Serien 6D/20D, Kugelhähne der BU-Serie, Rückschlagventile der CH-Serie sowie Filter der FT-Serie. Diese Zertifizierung fungiert als „Pass“ für den europäischen Markt. Auch nach der Aufhebung von EC79 können die entsprechenden FITOK-Produkte auf Grundlage bestehender Typgenehmigungen weiterhin regelkonform im EU-Markt eingesetzt werden.

 

2. UN R134 (Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen und deren Komponenten hinsichtlich der sicherheitsrelevanten Leistung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen)

 

UN R134 ist eine von der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) im Jahr 2015 veröffentlichte Regelung zur Genehmigung von Kraftfahrzeugen und deren Komponenten im Hinblick auf die sicherheitsrelevante Leistung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Sie basiert auf der GTR 13 (Global Technical Regulation für Wasserstoff- und Brennstoffzellenfahrzeuge), die vom Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften (UN/WP.29) entwickelt wurde, und ist inzwischen die verpflichtende Typgenehmigungsvorschrift für Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge und deren Komponenten in der Europäischen Union. UN R134 gilt ausschließlich für komprimierte Wasserstoffspeichersysteme (CHSS). Ein typisches CHSS besteht definitionsgemäß aus einem Tank bzw. Speicherbehälter, einem Absperrventil, einem Rückschlagventil sowie einer thermisch aktivierten Druckentlastungseinrichtung (TPRD). Darüber hinaus konzentriert sich UN R134 hauptsächlich auf gasförmigen Wasserstoff und enthält derzeit keine entsprechenden Umsetzungsregelungen für Flüssigwasserstoffspeichersysteme (LHSS). Dadurch ist sein Anwendungsbereich deutlich eingeschränkter als der der Verordnung (EG) Nr. 79/2009. Gemäß den Bestimmungen der Verordnung (EU) 2019/2144 müssen seit dem 6. Juli 2022 Wasserstoffsysteme sowie jede installierte Komponente auf Grundlage von UN R134 und der Verordnung (EU) 2021/535 typgenehmigt werden. Gleichzeitig erlaubt die Verordnung (EU) 2021/535 Herstellern, für Komponenten, die nicht unter UN R134 fallen, weiterhin die Anforderungen der (EG) Nr. 79/2009 anzuwenden. Dieser „Dual-Track-Ansatz" gewährleistet regulatorische Kontinuität und bietet Unternehmen zugleich Flexibilität bei der technischen Anpassung.

 

Im Einklang mit dieser Umstellung im EU-Zertifizierungsrahmen hat FITOK seine Produkte gezielt auf die technischen Anforderungen von UN R134 optimiert, insbesondere im Hinblick auf CHSS. Gleichzeitig nutzt FITOK die Möglichkeiten des „Dual-Track"-Ansatzes und wendet weiterhin die strengen Anforderungen der (EG) Nr. 79/2009 für nicht durch UN R134 abgedeckte Komponenten an, um die vollständige Konformität seines gesamten Produktportfolios im EU-Markt sicherzustellen.

 

3. CSA/ANSI HGV 3.1 (Nordamerikanischer Standard für Komponenten von Kraftstoffsystemen für Fahrzeuge mit komprimiertem Wasserstoffgas)

 

CSA/ANSI HGV 3.1 ist ein Standard für Komponenten von Kraftstoffsystemen wasserstoffbetriebener Fahrzeuge, der 2009 gemeinsam vom American National Standards Institute (ANSI) und der Canadian Standards Association (CSA) veröffentlicht wurde. Er definiert einen zentralen technischen Rahmen für Komponenten von Druckwasserstoff-Kraftstoffsystemen und umfasst 17 Kategorien von Schlüsselkomponenten, darunter Ventile, Druckregler und Druckentlastungseinrichtungen. Zudem legt der Standard klar vier wesentliche Druckstufen fest: 25 MPa, 35 MPa, 50 MPa und 70 MPa.Dieser Standard stellte die erste einheitliche Zertifizierungsgrundlage für Wasserstofffahrzeuge in Nordamerika dar und schuf eine entscheidende Basis für die weitere Branchenentwicklung.

 

FITOK hat seine Produkte gezielt an die Zertifizierungsanforderungen des nordamerikanischen Marktes angepasst, indem Konstruktion und Tests auf die vier in CSA/ANSI HGV 3.1 definierten Druckklassen ausgerichtet wurden. Dadurch wird die Einsatzfähigkeit in unterschiedlichen Druckanwendungen sichergestellt. Darüber hinaus setzt FITOK im Einklang mit dem leistungsbasierten Ansatz des Standards strengere Leckratenprüfungen um, die über die Normanforderungen hinausgehen, wodurch sich die Produkte hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit besonders hervorheben. Die Rohrverschraubungen der 6D-Serie sowie die Rohre der TMP-Serie haben erfolgreich die CSA/ANSI HGV 3.1-Zertifizierung erhalten. Damit konnte FITOK in die nordamerikanische Wertschöpfungskette für Wasserstofffahrzeuge eintreten und sich als wichtiger Lieferant von Kernkomponenten in der Region etablieren.

 

4. ISO 19887-1:2024 (Gasförmiger Wasserstoff — Komponenten für Kraftstoffsysteme von wasserstoffbetriebenen Straßenfahrzeugen)

 

Im Jahr 2024 wurde die Norm ISO 19887-1:2024, Gasförmiger Wasserstoff — Komponenten für Kraftstoffsysteme von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen – Teil 1: Straßenfahrzeuge, offiziell vom Technischen Komitee für Wasserstofftechnologien ISO/TC 197 der Internationalen Organisation für Normung (ISO) veröffentlicht. Durch die Integration der Vorteile regionaler Standards schließt diese Norm die Lücke einer weltweit einheitlichen Anforderung für Komponenten von Wasserstofffahrzeugen im Straßenverkehr und markiert eine neue Phase der internationalen Harmonisierung in der Zertifizierung von Wasserstoffkomponenten. Der zentrale technische Rahmen von ISO 19887-1:2024 – einschließlich Komponentenklassifizierung, Definition von Druckstufen und Prüfmethoden zur Wasserstoffverträglichkeit – basiert weitgehend auf CSA/ANSI HGV 3.1. Während ISO 19887-1:2024 diese als technisches Fundament nutzt, um bewährte nordamerikanische Technologien zu internationalisieren und die Fragmentierung globaler Standards zu überwinden, dient CSA/ANSI HGV 3.1 weiterhin als regionaler Maßstab mit präziser Ausrichtung auf nordamerikanische Betriebsbedingungen und regulatorische Anforderungen.

 

Als früher Anwender dieses internationalen Standards haben die Rohrverschraubungen der 6D-Serie sowie die Rohre der TMP-Serie von FITOK die Zertifizierung nach ISO 19887-1:2024 erhalten und damit eine doppelte Zertifizierung nach CSA/ANSI HGV 3.1 (Nordamerika) und ISO 19887-1:2024 (international) erreicht. Dank dieses Vorteils konnte FITOK sowohl den nordamerikanischen Markt als auch die global vereinheitlichten Standards erfolgreich bedienen und bietet multinationalen Herstellern von Wasserstofffahrzeugen „One-Stop"-Compliance-Lösungen, wodurch Kosten für grenzüberschreitende Zertifizierung und Beschaffung deutlich reduziert werden.

 

Zertifizierungsstandards für Wasserstofftankstellen

 

1. CSA/ANSI HGV 4 Serie (Nordamerikanische Standards für Wasserstoff-Betankungsstationen)

 

Die CSA/ANSI HGV 4 Normenreihe, unter der Leitung der Canadian Standards Association (CSA), deckt die gesamte Kette zentraler Komponenten von Wasserstofftankstellen ab. Sie ist in sechs Ebenen strukturiert – darunter System-, Schnittstellen- und Steuerungsebene – und definiert einheitliche Anforderungen an Design, Herstellung und Sicherheit für Hochdruck-Wasserstoffumgebungen bis 70 MPa. Damit bildet sie ein umfassendes Sicherheitsrahmenwerk und dient als zentrale Grundlage für die Konformität beim Bau und Betrieb von Wasserstofftankstellen in Nordamerika.

 

 
Ebene Norm Kernfunktion
Systemebene HGV 4.1 (Wasserstoff-Abgabesysteme)
HGB 4.9 (Wasserstofftankstellen
Übergeordnete Systemauslegung mit Definition der allgemeinen Sicherheitsanforderungen
Schnittstellenebene HGV 4.2 (Schläuche und Schlauchleitungen für Wasserstofffahrzeuge und Abgabesysteme)
HGV 4.5 (Wasserstoff-Betankungsdüsen)
Verbindungskompatibilität zur sicheren Systemkompatibilität
Steuerungsebene HGV 4.4 (Ventile und Abreißsicherungen für Wasserstoff-Abgabesysteme) Fluidsteuerung für sicheres Absperren und Durchflussregelung
Energieebene HGV 4.8 (Kompressoren für Wasserstofftankstellen) Zentrales Energiesystem zur sicheren Hochdruckverdichtung von Wasserstoff
Verbindungsebene HGV 4.10 (Verschraubungen für komprimierten Wasserstoff und wasserstoffreiche Gasgemische) Mechanische Verbindungen zur Sicherstellung der Dichtheit von Leitungen und Anlagen
Prüfebene HGV 4.3 (Prüfverfahren zur Bewertung von Wasserstoff-Betankungsparametern) Leistungsprüfung zur Sicherstellung der Einhaltung von Betankungsprotokollen

Hinweis: HGV 4.6 (manuell betätigte Ventile für Wasserstofftankstellen) und HGV 4.7 (automatische Ventile für Wasserstofftankstellen) wurden in HGV 4.4 integriert.

 

2. ISO 19880 Serie (Internationale Normen für Wasserstofftankstellen)

 

Die Normenreihe ISO 19880 wurde vom Technischen Komitee für Wasserstofftechnologien (ISO/TC 197) der Internationalen Organisation für Normung (ISO) entwickelt und veröffentlicht. Sie deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Wasserstofftankstellen ab, mit einem Schwerpunkt auf Anwendungen für komprimierten gasförmigen Wasserstoff bis zu 70 MPa, und bietet eine einheitliche Grundlage zur Einhaltung von Vorschriften für internationale Tankstellenprojekte.

 

 
Ebene Norm Kernfunktion
Grundlagen ISO 19880-1 (Allgemeine Anforderungen) Regelt die gesamte Normenreihe und definiert den übergeordneten Sicherheitsrahmen
Ausrüstung ISO 19880-2 (Zapfsäulen und Abgabesysteme)
ISO 19880-3 (Ventile)
ISO 19880-5 (Zapfschläuche und Schlauchleitungen)
Umfasst zentrale Komponenten für Betankung und Steuerung
Komponenten ISO 19880-7 (Gummi-O-Ringe) Fokussiert auf kritische Dichtungselemente für Hochdruckanwendungen
Qualität ISO 19880-8 (Kraftstoffqualitätskontrolle)
ISO 19880-8 (Kraftstoffqualitätskontrolle)
ISO 19880-9 (Probenahme zur Kraftstoffanalyse)
Stellt die Einhaltung der Wasserstoffqualität sicher

 

Die Normenreihe ISO 19880 und die CSA/ANSI HGV 4 Serie bilden ein sich ergänzendes und interoperables Rahmenwerk rund um zentrale Ausrüstungen und Komponenten von Wasserstofftankstellen, wobei sich bestimmte technische Elemente gegenseitig referenzieren.

 

 
ISO 19880 Serie CSA/ANSI HGV 4 Serie Entsprechende Kernkomponenten Hinweis zur Konformität
ISO 19880-1 HGV 4.9 Gesamtdesign, Installation und Betrieb der Tankstelle ISO stellt den internationalen Rahmen bereit, während HGV 4.9 nordamerikanische Installationsvorschriften ergänzt; daher ist bei multinationalen Projekten die Einhaltung beider erforderlich.
ISO 19880-2 HGV 4.1 Zapfsäulen, Betankungsdüsen, Steuerungssysteme Beide müssen mit dem Betankungsprotokoll J2601 kompatibel sein; HGV 4.1 verstärkt Anforderungen an elektrische Sicherheit und Messtechnik in Nordamerika
ISO 19880-3 HGV 4.4 Rückschlagventile, Überströmventile, Abreißsicherungen HGV 4.4 übernimmt die Kerntechnologien von ISO 19880-3 und ergänzt nordamerikanische Werkstoffnormen (z.B. ASTM) sowie klimatische Anpassungsparameter.
ISO 19880-5 HGV 4.2 Schläuche zwischen Zapfsäule und Betankungsdüse HGV 4.2 verstärkt die Dauerprüfungen für Anwendungen mit hoher Zyklusbelastung.
ISO 19880-7 Kein spezifisches Pendant (verteilt auf HGV 4.2 / 4.4 / 4.10) O-Ringe und Anti-Extrusionsringe in Hochdrucksysteme ISO 19880-7 ist eine dedizierte Dichtungsnorm während die HGV-Serie nur ergänzende Anforderungen enthält; daher müssen Wasserstoff-Expositionsprüfungen eigenständig erfüllt werden.
ISO 19880-8
ISO 19880-9
Kein direktes Pendant (Verweis auf HGV 4.3 Prüfmethoden) Wasserstoffqualität, Probenahme und Überwachung Das ISO-System etabliert ein geschlossenes Qualitätsmanagement, während HGV 4.3 zur Verifizierung der Zusammenhänge zwischen Betankungsparametern und Qualitätsindikatoren dient.
Kein ISO-Pendant HGV 4.10 Mechanische Verschraubungen (T-Stücke, Winkel, Adapter) ISO enthält keine spezifischen Normen für Verschraubungen; daher ist im nordamerikanischen Markt eine separate Einhaltung der Anforderungen von HGV 4.10 hinsichtlich Wasserstoffversprödung und Haltbarkeit erforderlich.
Kein ISO-Pendant HGV 4.8 Wasserstoffkompressoren für Tankstellen ISO enthält keine spezifischen Normen für Kompressoren; daher müssen nordamerikanische Projekte die Auswahl- und Betriebssicherheitsanforderungen von HGV 4.8 erfüllen.

 

Als globaler Anbieter von Ventilen, Verschraubungen und integrierten Systemen verfolgt FITOK für 70-MPa-Hochdruck-Wasserstofftankstellen eine Strategie nach dem Prinzip „ISO als Grundlage + nordamerikanische Anpassung“. Beispielsweise verwenden die Rohrverschraubungen der 20D-Serie sowie die Verschraubungen für mittleren Druck der 20M-Serie im Hinblick auf die Anforderungen von HGV 4.10 Edelstahl 316/316L mit einem Nickeläquivalent ≥ 28,5 %, wodurch auch unter langfristigen Hochdruck-Wasserstoffbedingungen keine Wasserstoffversprödung oder Korrosion auftritt. Für ISO 19880-3 bzw. HGV 4.4 nutzen die Rückschlagventile für mittleren Druck der 20CG-Serie Ventilsitze aus PEEK, die eine hervorragende Verschleißfestigkeit und Wasserstoffverträglichkeit bieten. Das Dichtungskonzept „Metallkonus zu PEEK“ gewährleistet zudem eine zuverlässige Funktion bei großen Druckdifferenzen zwischen Ein- und Ausgang und eignet sich besonders für Wasserstoffbetankungsanwendungen. Im Kontext von ISO 19880-5 bzw. HGV 4.2 sind die Mittel- und Hochdruckschläuche der HHP-Serie mit Anschlüssen aus 316/316L Edelstahl (Nickeläquivalent ≥ 28,5 %) ausgestattet, während im Inneren speziell angepasste Materialien wie POM oder PA verwendet werden, um Beständigkeit gegen Wasserstoffversprödung und eine hohe Wasserstoffkompatibilität sicherzustellen. Darüber hinaus setzt FITOK bei Komponenten mit hohen Anforderungen an die mechanische Festigkeit Werkstoffe wie XM-19 ein (z. B. beim unteren Ventilschaft der Nadelventile für mittleren Druck der 20N-Serie), um die mechanische Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern. Diese Dual-Standard-Kompatibilität ermöglicht es FITOK, sich als wichtiger Lieferant für globale Wasserstofftankstellenprojekte zu etablieren und maßgeschneiderte Compliance-Lösungen sowohl für internationale als auch für nordamerikanische Projekte bereitzustellen.

 

3. GB 50516 (Technische Richtlinie für Wasserstofftankstellen in China)

 

GB 50516 – Technische Richtlinie für Wasserstofftankstellen – wurde vom chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie unter Berücksichtigung internationaler fortschrittlicher Standards sowie der nationalen Branchenbedingungen entwickelt. Die Richtlinie gilt für die Planung, den Bau sowie die Erweiterung von neuen, umgebauten oder modernisierten Wasserstofftankstellen und deckt alle wesentlichen Phasen über den gesamten Lebenszyklus hinweg ab. Sie stellt die zentrale Grundlage für die Konformität beim Bau und Betrieb von Wasserstofftankstellen in China dar.

 

Die überarbeitete Version von 2021 führte zusätzliche Materialanforderungen ein. Abschnitt 6.5 legt fest, dass Wasserstoffleitungen in Tankstellen aus S31603 oder anderen nachweislich wasserstoffverträglichen Materialien bestehen müssen. Beim Einsatz von austenitischem Edelstahl sollte der Nickelgehalt über 12 % liegen und das Nickeläquivalent mindestens 28,5 % betragen. Diese Anforderungen stimmen in hohem Maße mit der Produktentwicklungsphilosophie von FITOK überein. Über den gesamten Prozess hinweg – von der Materialauswahl über die Konstruktionsauslegung und Fertigung bis hin zu Inspektion und Prüfung – hält sich FITOK strikt an nationale und industrielle Normen und wendet darüber hinaus konsequent strengere Anforderungen an, um Sicherheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von Wasserstoffsystemen unter Hochdruck- und Wasserstoffbedingungen zu gewährleisten.

 

FITOK Produktvorteile und Praxis der Konformitätszertifizierung

 

 

Geleitet von technologischer Innovation, Normenkonformität und anwendungsorientiertem Design hat FITOK umfassende Produktvorteile im Bereich Ventile, Verschraubungen und integrierte Systeme für Wasserstofffahrzeuge und Wasserstofftankstellen aufgebaut und dabei eine vollständige Abdeckung der wichtigsten internationalen Standards erreicht.

 

  • Zentrale Produktvorteile:

    • Auf Materialebene setzt FITOK auf Edelstahl 316/316L mit einem Nickeläquivalent ≥ 28,5 % und adressiert damit grundlegend das Problem der Wasserstoffversprödung in Hochdruck-Wasserstoffumgebungen. Zusätzlich wurden speziell angepasste FKM- und EPDM-O-Ringe für Tieftemperaturanwendungen entwickelt, die durch optimierte Dichtungsstrukturen selbst bei extremen Temperaturen bis −40 °C eine Leckagefreiheit gewährleisten. In der Fertigung kommen fortschrittliche Verfahren wie das Gesenkschmieden (Integral Forging) zum Einsatz, um die strukturelle Festigkeit und Langlebigkeit zu erhöhen. Konstruktiv werden modulare sowie doppelte Dichtungskonzepte eingesetzt, die sowohl hohen Druckanforderungen als auch begrenzten Einbauräumen gerecht werden. Für die Anwendung wurde ein umfassendes Produktportfolio entwickelt, das die Fluidsteuerung sowohl in Fahrzeugsystemen als auch in Wasserstofftankstellen abdeckt und individuell an unterschiedliche regionale Normen angepasst werden kann.

     

  • Umfassende Konformitätszertifizierung:

    • Kernprodukte wie die Rohrverschraubungen der Serien 6D/20D haben die EU-EC79-Zertifizierung erhalten und damit eine starke Position im europäischen Markt gesichert. Die Rohrverschraubungen der 6D-Serie sowie die Rohre der TMP-Serie verfügen über eine Doppelzertifizierung nach CSA/ANSI HGV 3.1 (Nordamerika) und ISO 19887-1:2024 (international), wodurch der Zugang zur globalen Fahrzeuglieferkette ermöglicht wird. Produkte für 70-MPa-Wasserstofftankstellen – darunter die 20D-Serie Rohrverschraubungen, 20M-Serie Verschraubungen für mittleren Druck, 20CG-Serie Rückschlagventile und HHP-Serie Schläuche – erfüllen sowohl die Anforderungen der ISO 19880- als auch der CSA/ANSI HGV 4-Normenreihen und sind gleichzeitig mit den verpflichtenden Vorgaben der chinesischen GB 50516 konform. Damit unterstützt FITOK eine mehrregionale globale Marktstrategie.

     

  • End-to-End-Servicekompetenz:

    • Durch die Kombination von Produktstärken und umfassender Konformitätszertifizierung bietet FITOK ganzheitliche Lösungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Produktauswahl und Zertifizierung bis hin zur Anwendung vor Ort. So werden Kunden dabei unterstützt, regionale Normanforderungen effizient zu erfüllen und gleichzeitig Kosten für internationale Zertifizierung und Beschaffung deutlich zu reduzieren.

 

6D-Serie

 

FITOK Doppelverschraubungen, 6D-Serienproduktbild

 

  • Zulässiger Betriebsdruck: ≥ 450 bar (6.500 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Mindestens 25 Montage- und Demontagezyklen bei gleichbleibend zuverlässiger Dichtleistung
  • Montage der Rohrenden wahlweise über Drehmoment oder Umdrehungen möglich
  • Leckrate der Rohrenden: ≤ 1×10⁻⁹ Ncm³/s
  • Kompatibel mit TMP-Instrumentierungsrohren oder Rohren gemäß ASTM A269/A213

20D-Serie

 

FITOK Mitteldruck-Doppelverschraubungen, 20D-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 1379 bar (20.000 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Mindestens 25 Montage- und Demontagezyklen bei gleichbleibend zuverlässiger Dichtleistung
  • Montage der Rohrenden wahlweise über Drehmoment oder Umdrehungen möglich
  • Leckrate der Rohrenden: ≤ 1×10⁻⁹ Ncm³/s
  • Kompatibel mit T20D- und T20M-Serien Rohren für mittleren Druck oder gleichwertigen Alternativen

 

20M-Serie

 

FITOK Mitteldruck-Kegel- und Gewindeverschraubungen, 20M-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 1379 bar (20.000 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Standardisierte konische Gewinde
  • Leckrate der Rohrenden: ≤ 1×10⁻⁸ Ncm³/s
  • Kompatibel mit T20M-Serien Rohren für mittleren Druck oder gleichwertigen Alternativen

TMP-Serie

 

FITOK Geglühte nahtlose Rohre, TMP-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 710 bar (10.200 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Rohr-Außendurchmesser: 6 mm bis 12 mm, 1/4" bis 1/2"
  • Entspricht den Normen ASTM A269 und ASTM A213, mit engeren Toleranzen als gefordert sowie einer maximalen Härte von weniger als 90 % des spezifizierten Grenzwerts

 

T20D-Serie

 

FITOK Kaltgezogene 1/8-Hart-nahtlose Rohre, T20D-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 1379 bar (20.000 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Rohr-Außendurchmesser: 1/4" bis 1"
  • Engere Maßtoleranzen als gemäß ASTM A269 gefordert

T20M-Serie

 

FITOK Kaltgezogene Hart-nahtlose Rohre, T20M-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 1379 bar (20.000 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Rohr-Außendurchmesser: 1/4" bis 1"
  • Maßtoleranzen entsprechend ASME B1.1

 

BU-Serie

 

FITOK Kugelhähne für alternative Brennstoffanwendungen, BU-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 450 bar (6.500 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Ventilkörper aus wasserstoffkompatiblen Werkstoffen
  • EC-79-konformer FKM-O-Ring für zuverlässige Leistung
  • PEEK-Dichtsitz mit ausgezeichneter Verschleißfestigkeit und sehr guter Wasserstoffverträglichkeit
  • Helium-Leckrate: ≤ 1×10⁻⁶ Ncm³/s

CH-Serie

 

FITOK Sitzrückschlagventile, CH-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 450 bar (6.500 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Ventilkörper aus wasserstoffkompatiblen Werkstoffen
  • EC-79-konformer EPDM-O-Ring für zuverlässige Leistung
  • Mehrere Öffnungsdruckbereiche verfügbar, von 0 bis 30 psig
  • In jeder Einbaulage montierbar
  • Helium-Leckrate: ≤ 1×10⁻⁶ Ncm³/s

 

FT-Serie

 

FITOK T-Siebe, FT-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 450 bar (6.500 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Gehäuse aus wasserstoffkompatiblen Werkstoffen
  • Filterelement aus gesintertem Edelstahl 316
  • Helium-Leckrate: ≤ 1×10⁻⁶ Ncm³/s

20CG-Serie

 

FITOK Mitteldruck-Rückschlagventile, 20CG-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 1379 bar (20.000 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Wasserstoffkompatible Werkstoffe
  • Metallkonus-Dichtstruktur für zuverlässige Leistung bei großen Druckdifferenzen und hohen Durchflussraten
  • In jeder Einbaulage montierbar
  • Helium-Leckrate: ≤ 1×10⁻⁶ Ncm³/s

 

20N-Serie

 

FITOK Mitteldruck-Nadelventile, 20N-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 1379 bar (20.000 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 120 °C (−40 bis 248 °F)
  • Ventilkörper aus wasserstoffkompatiblen Werkstoffen
  • Ventilspitze mit speziell behandelter Oberfläche für hervorragende Dichtleistung
  • Unterer Ventilschaft aus XM-19 für höhere Festigkeit und verbesserte Beständigkeit gegen Wasserstoffversprödung
  • Helium-Leckrate: ≤ 1×10⁻⁶ Ncm³/s

HHP-Serie

 

FITOK Mittel- und Hochdruck-Schläuche, HHP-Serienproduktbild

 

  • Max. Betriebsdruck: 962,5 bar (13.950 psig)
  • Betriebstemperatur: −40 bis 85 °C (−40 bis 185 °F)
  • Anschlüsse aus wasserstoffkompatiblen Werkstoffen mit speziellem POM- oder PA-Kern für geringe Permeabilität und hervorragende Wasserstoffverträglichkeit
  • Nennweiten: DN6, DN16
  • Helium-Leckrate: ≤ 1×10⁻⁶ Ncm³/s

 

Fazit

 

 

Mit dem Eintritt der Wasserstoffindustrie in eine Phase großskaliger Entwicklung ist der Aufbau und die Umsetzung robuster Zertifizierungssysteme entscheidend für ein qualitativ hochwertiges Branchenwachstum. Die Produkte von FITOK sind bereits tief in zentrale Anwendungsszenarien entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstofffahrzeugen und Wasserstofftankstellen integriert. Mit Blick auf die Zukunft wird FITOK die Entwicklung globaler Wasserstoffstandards weiterhin genau verfolgen, Produktinnovationen gezielt vorantreiben und durch umfassende Konformität die Weiterentwicklung der Branche unterstützen. Das Unternehmen wird Materialien, Fertigungsprozesse und Konstruktionsdesigns weiter optimieren, um die Leistungsfähigkeit der Produkte unter extremen Bedingungen wie ultrahohem Druck, sehr niedrigen Temperaturen und langfristigem Betrieb zu verbessern. Gleichzeitig wird FITOK sein Produktportfolio sowie die Anwendungsbereiche weiter ausbauen und gemeinsam mit globalen Partnern die breite Einführung von Wasserstofftechnologien in den Bereichen Transport, Energie und darüber hinaus fördern – mit dem Ziel, zur Entwicklung eines sauberen und CO₂-armen Energiesystems beizutragen.

 

Für weitere Informationen zu FITOK Produkten und Zertifizierungen wenden Sie sich bitte an die FITOK Group oder autorisierte Vertriebspartner, besuchen Sie die offizielle FITOK Website oder hinterlassen Sie eine Nachricht. Unser Team wird sich schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung setzen.

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